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Ein Benefizkonzert in der Hofer Marienkirche gilt den Menschen, die in Japan von einer Katastrophe heimgesucht werden. Es vermittelt aber auch Aufbruchsstimmung.
„Stellen Sie sich vor, Sie wollen Lebensmittel kaufen, um eine gesunde Mahlzeit für Ihr Kind zu kochen – aber Sie wissen nicht, was Sie bedenkenlos verwenden können, weil alles mehr oder weniger radioaktiv kontaminiert ist.“ Mit diesen Worten wandte sich Tomoko Cosacchi an die über 150 Besucher, die der Einladung 18 japanischer Künstler und ihrer Freunde in die Marienkirche zu einem Benefizkonzert zugunsten der Opfer der Natur- und Atomkatastrophe in Japan gefolgt waren.
Unterstützen wollten Künstler und Besucher die Non-Profit-Bürgerinitiative „Kleines Blümchen – Strahlungsfreies Leben“. Deren Messungen der radioaktiven Belastung von Lebensmitteln hilft den Menschen der Region rund um das Katastrophen-Atomkraftwerk Fukushima, ein Gespür dafür zu bekommen, welche Produkte sie kaufen können und welche sie besser meiden sollten.
Mit dem ernsten Grave aus Felix Mendelssohn-Bartholdys Sonate II, op. 65, 2 eröffnete Michael Cosacchi an der Orgel ein Konzert, das dem Publikum viel Raum für Gedanken an die Opfer in Japan lässt. So vergießt etwa Noriko Kitamura mit dem samtweichen Ton ihrer Oboe „Stille Thränen“ von Robert Schumann. Aki Yamamura (Sopran) und Tatsuya Tagawa (Countertenor), begleitet von Tomoko Cosacchi an der Orgel, wählen mit Giovanni Battista Pergolesis „Stabat mater“ das christliche Schmerzensbild der Mutter unter dem Kreuz, um ihr Mitgefühl für die Menschen in Japan auszudrücken. Außerdem haben die beiden Sänger mehrere traditionelle japanische Lieder vorbereitet, in denen sie mit zarter Wehmut der Heimat gedenken und auf anrührende Weise ein Stück japanische Kultur nach Hof bringen.
— Christine Wild · Frankenpost, 07.03.2012